Was der Nationalpark ist
Der Teide-Nationalpark liegt im Herzen Teneriffas und umfasst die weite Hochebene der Caldera de Las Cañadas samt dem Teide-Massiv. Er wurde 1954 gegründet, gehört damit zu den ältesten Nationalparks Spaniens und ist zugleich einer der meistbesuchten Europas. 2007 wurde er von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Auf rund 190 Quadratkilometern schützt er eine der eindrucksvollsten Vulkanlandschaften der Welt.
Geologie und Entstehung
Das Herzstück ist die etwa 16 Kilometer weite Caldera Las Cañadas, ein riesiger Einbruchkessel, der entstand, als frühere Vulkangebäude in sich zusammenbrachen. Aus ihr erheben sich der Teide mit 3.715 Metern und sein Nachbar Pico Viejo. Über Jahrtausende schufen Lavaströme, Bimsfelder, erstarrte Aschen, Obsidian und farbige Minerale eine bizarre, oft mondähnliche Szenerie. Die berühmten Roques de García am Calderarand sind Reste härteren Gesteins, das die Erosion stehen liess.
Flora
Trotz Höhe, Trockenheit und starker Sonne ist die Hochgebirgsflora erstaunlich vielfältig und stark endemisch. Im Frühjahr, meist im Mai und Juni, blüht der rote Teide-Natternkopf, der Tajinaste rojo, mit bis zu drei Meter hohen Blütenständen und verwandelt die Ebenen in ein Farbenmeer. Dazu kommen das zarte Teide-Veilchen, das noch nahe am Gipfel wächst, der Teide-Ginster und die Kanaren-Kiefer, die den Park nach unten hin umsäumt.
Fauna und Sternenhimmel
Die auffälligsten Tiere sind die Kanareneidechse und zahlreiche endemische Insekten, die eng an die einheimischen Pflanzen gebunden sind. Die klare, trockene Höhenluft und die geringe Lichtverschmutzung machen die Gegend zu einem der besten Orte der Welt für die Astronomie; in der Nähe liegt das Observatorium Izaña.
Besuch, Wege und Permit
Von der Talstation auf rund 2.356 Metern bringt die Seilbahn Besucher in wenigen Minuten zur Bergstation La Rambleta auf 3.555 Metern. Wer den letzten Abschnitt bis zum Gipfelkrater gehen will, braucht ein kostenloses, mengenbegrenztes Permit, das man rechtzeitig online reservieren sollte. Im Park gibt es zahlreiche markierte Wanderwege unterschiedlicher Länge, vom kurzen Rundweg an den Roques de García bis zu langen Touren durch die Caldera.
Praktische Tipps
Oben ist es deutlich kühler als an der Küste, die Sonne brennt stark und die Luft ist dünner. Feste Schuhe, warme, winddichte Kleidung, Sonnenschutz, Sonnenbrille und genug Wasser sind Pflicht. Die beste Zeit sind klare Vormittage; am frühen Nachmittag ziehen von Norden oft Wolken auf. Die Seilbahn-Tickets sollte man vorab buchen, da sie beliebt und bei starkem Wind manchmal gesperrt ist.