Die Insel Teneriffa

Ueberblick

Die Insel Teneriffa
Foto: European Space Agency (ESA), CC BY-SA 3.0 IGO · Wikimedia Commons
Lage und Groesse
Teneriffa ist die grösste und höchste der acht Kanarischen Inseln und gehört als Teil Spaniens zur Europäischen Union, liegt geografisch aber vor der Nordwestküste Afrikas im Atlantik, rund 300 Kilometer vom Festland entfernt. Mit einer Fläche von etwa 2.034 Quadratkilometern und mehr als 900.000 Einwohnern ist sie zugleich die bevölkerungsreichste Insel Spaniens. Verwaltungssitz ist Santa Cruz de Tenerife, das sich die Rolle der Regionalhauptstadt mit Las Palmas de Gran Canaria teilt. Die zweite grosse Stadt ist San Cristóbal de La Laguna, deren Altstadt zum UNESCO-Welterbe zählt.
Landschaft und Natur
Die Insel ist rein vulkanischen Ursprungs und wird vom Teide beherrscht, mit 3.715 Metern der höchste Berg Spaniens. Von der Küste bis zum Gipfel durchläuft man mehrere Klima- und Vegetationszonen. Der grüne, feuchte Norden mit dem fruchtbaren Orotava-Tal trägt Lorbeerwälder und Bananenplantagen, während der Süden trocken und sonnig ist und die grossen Ferienorte beherbergt. Dazwischen liegen ausgedehnte Kanaren-Kiefernwälder, tiefe Schluchten und die karge Hochebene des Teide-Nationalparks. Im Nordosten ragt das alte Anaga-Gebirge mit dichtem Nebelwald auf.
Klima
Wegen des ganzjährig milden Wetters wird Teneriffa gern Insel des ewigen Frühlings genannt. Der stetige Passatwind aus Nordost bringt feuchte Luft, die sich an den Nordhängen staut und dort oft ein Wolkenmeer bildet, während der Süden im Windschatten meist sonnig bleibt. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über in einem angenehmen Bereich, an der Küste selten unter 18 oder über 30 Grad. In den Bergen und am Teide kann es dagegen empfindlich kühl werden und im Winter sogar schneien.
Geschichte
Vor der europäischen Eroberung lebten hier die Guanchen, ein Berbervolk, das in mehreren Fürstentümern organisiert war und in Höhlen und einfachen Siedlungen wohnte. Von 1494 bis 1496 wurde die Insel als letzte der Kanaren von der Krone Kastiliens unterworfen. Danach folgten Zuckerrohr, später Wein, der berühmte Malvasía, und ab dem 19. Jahrhundert Bananen. Häfen wie Garachico und später Santa Cruz wurden Umschlagplätze des Atlantikhandels.
Wirtschaft und Tourismus
Heute ist der Tourismus der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig; jährlich kommen Millionen Besucher, vor allem in den sonnigen Süden. Daneben spielen Landwirtschaft mit Bananen, Wein und Tomaten sowie der Hafen von Santa Cruz eine Rolle. Die Insel ist gut erschlossen, mit zwei Flughäfen im Norden und Süden und einem dichten Strassennetz.
Kultur und Sehenswertes
Kulturell ist Teneriffa vor allem für den Karneval von Santa Cruz bekannt, einen der grössten der Welt. Sehenswert sind die historischen Städte La Laguna und La Orotava, der Drachenbaum von Icod, die Lava-Naturbecken von Garachico und natürlich der Teide-Nationalpark. Für einen Tagesausflug lässt sich vom Süden über den Nationalpark in den grünen Norden fahren und dabei die ganze Vielfalt der Insel erleben.